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Düsseldorf, 2011, ISBN 978-3-910095-83-0Sexualität ist heute in den Medien alltäglich und weit verbreitet. Wenn es um behinderte Menschen geht, gibt es allerdings noch viele Tabus, insbesondere wenn es sich um Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen handelt. Dass aber genau diese Personengruppe alltäglich massive Eingriffe in ihre Intimsphäre erdulden muss, weil sie sehr umfangreiche Unterstützung benötigt, macht deutlich, dass die Thematik dringend aufgegriffen werden muss.
Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit und bezieht sich nicht nur auf die Genitalsexualität, sondern schließt auch das Bedürfnis nach Liebe und Nähe mit ein. Die Herausgeber Nicola Maier-Michalitsch und Gerhard Grunick bündeln mit den Beiträgen nicht nur grundlegende Themen aus Pädagogik, Medizin und Pflege, es werden auch ganz konkret verschiedene Problembereiche angesprochen und Lösungen angeboten. So wird die Pflegesituation aufgegriffen und die Möglichkeiten und Grenzen in der Bedürfnisbefriedigung von Jugendlichen mit schweren Behinderungen werden erörtert. Spezielle Themen wie „Elternarbeit“, „Sexualassistenz“ oder „Menschen im Wachkoma“ finden genauso ihren Platz wie rechtliche Fragestellungen und die Prävention von Gewalt im Alltag auf institutioneller Ebene. Weiter werden Anregungen zur Gestaltung einer Körpererfahrungsgruppe für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen gegeben. Ein Erfahrungsbericht erläutert den Entwurf, die Erarbeitung und die Umsetzung eines sexualpädagogischen Konzepts einer Wohneinrichtung. Darüber hinaus schildert ein selbst Betroffener seine Situation, welchen Schwierigkeiten er gegenüber stand und steht und welche Möglichkeiten er heute hat, um sein Recht auf die Entfaltung seiner Sexualität wahrnehmen zu können.
Der 5. Band der Serie Leben pur enthält Beiträge u.a. von Prof. Dr. Barbara Ortland, Dr. Peter Martin, Dr. Aiha Zemp, Dr. Martina Schlüter und Caroline von Meding, Nina de Vries, Jürgen Heintzenberg, Prof. Dr. Oliver Kestel, Ines Bader, Marcello Ciarrettino und Rebecca Wilhelmi, Miriam Weisz, Constanze Beeken und Martin Rothaug, Maria Diete und Christina Dürr, Sebastian Knorr und Ute Blume.