Pränataldiagnostik stellt Fragen zu unserem Menschenbild, rückt schwangeren Frauen immer mehr auf den Leib und zwingt die unmittelbar Betroffenen in immer neue Entscheidungssituationen. Auf der anderen Seite erhoffen sich Frauen/Männer in belasteten Lebenssituationen von diesen Techniken Hilfen. So ist die Auseinandersetzung um dieses Thema geprägt von Widersprüchen und Ambivalenzen und den damit einher gehenden Gefühlen bei den unterschiedlich betroffenen Menschen.
Die Widersprüchlichkeiten, die in der Anwendung selektiver Pränataldiagnostik angelegt sind, werden sehr unterschiedlich erlebt. Während die Einen nach gesellschaftlicher Akzeptanz individueller Entscheidungen für Pränataldiagnostik suchen, vermissen andere eine klare, ablehnende Positionierung und erhoffen sich mehr politische Handlungsstrategien.
Der Druck wächst, der medizinischen Forschung mehr Möglichkeiten zu eröffnen, etwa durch die Freigabe von Präimplantationsdiagnostik und Embryonenforschung. Diese Forderungen werden legitimiert mit dem Leiden betroffener Menschen. Eine Klärung der Fragen nach dem Abwägen von "individueller Not" und gesellschaftlicher Verantwortung ist notwendig.