Die diesjährige Jahresversammlung der Clubs und Gruppen wurde unter dem Motto "Ganz normal verschieden" in Düsseldorf veranstaltet. Aus dem ganzen Bundesgebiet nahmen 50 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus den Klubs und Gruppen teil. Besonders eine jugendliche Teilnehmergruppe aus Berlin beteiligten sich mit großer Begeisterung und Frische.
Am Samstag startete das Filmfestival mit drei Filmen. Zwei Filme wurden in der Jugendherberge vorgeführt, der dritte Film wurde in der Black Box am Rheinufer gezeigt. Die Black Box ist ein schönes rollstuhlgerechtes Kino im Filmmuseum Düsseldorf, das wir leider aufgrund des Zeitmangels nicht besichtigen konnten, dafür fand ein Spaziergang unter sachkundiger Anleitung von Pascal Schortmann in Düsseldorf statt, der alle begeisterte.
Abends gab es noch einmal die Möglichkeit sich zu unterhalten und sich kennen zulernen. Dazu machte sich eine Gruppe nach Düsseldorf auf und die Anderen trafen den Club 68, der sich als vortrefflicher Gastgeber erwies.
Die Auswertung der Jahresversammlung erfolgte am Sonntag. Hier wurden die Filme diskutiert und über die Jahresversammlung reflektiert.
"Wir können auch anders"
Der Film, der die Geschichte der beiden Brüder Rudi und Moritz zeigt, die sich mit einem LkW durch den Osten Deutschlands schlagen und einiges erleben wurde überwiegend als Männerfilm verstanden. Der Film hatte Tempo, war unterhaltsam und zwischen Komödie und Tragödie angesiedelt.
Fazit: auf Umwegen kann man auch zum Ziel kommen und man kann zwischenmenschliche Grenzen überwinden. Unklarheit herrschte über die Behinderung der beiden Brüder.
"Erbsen auf halb sechs"
Der Liebesfilm über eine junge blinde Frau und einem Theaterregisseur der durch einen Verkehrsunfall erblindet, hat allen gut gefallen und hätte noch mehrere Stunden weiter laufen können. Der Film sprach alle Sinne an, eröffnete neue Sichtweisen und war verständlich und super erzählt. Klar wurde auch, das Menschen mit Behinderungen nichts zugetraut wird, und gezeigt wurde, was man alles schaffen und überwinden kann. Kurzum, der Film macht Mut.
"Inside I'm dancing"
Dieser Film ist eine Tragikomödie über Freundschaft , Freiheit und Liebe. Er behandelte den Kampf um eine selbstbestimmtes Leben in einer eigenen Wohnung und handelte von einer Freundschaft über den Tod hinaus. Das hat alle Zuschauer sehr beeindruckt, emotional erreicht und sogar zu Tränen gerührt.
Der Film zeigte die Probleme mit gekaufter Assistenz sehr realistisch und demonstrierte den Konflikt zwischen Anpassung und Auflehnung auf beiden Seiten. Am Schluss fragten sich alle, ob die Schauspieler behindert waren, oder "nur" eine Rolle gespielt haben.
Fazit:
Die Jahresversammlung war eine gelungene Veranstaltung mit einem gut gewählten und ausgesuchten Motto und spannenden Filmen. Die Gastfreundschaft des Klub 68 und die Atmosphäre in Düsseldorf waren besonders.
Die Verpflegung und die Unterkunft in der Jugendherberge Düsseldorf waren (bis auf die Beeinträchtigungen, das die Jugendherberge nur sechs Rollstuhlzimmer hat ) sehr gut. Bedauert wurde auch, dass die drei Tage zu kurz waren, um enger Kontakte zu knüpfen, und um alles sacken zu lassen. So kam es zu dem Eindruck, dass man unbedingt wiederkommen muss...
Angelika Kruschat
