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Fredi Saal

Leben kann man nur sich selber

Leben kann man nur sich selber

Essays und autobiographische Texte

Düsseldorf, 1995, ISBN 3-910095-24-0

Preis (Nichtmitglieder): EUR 11,40

Preis (Mitglieder): EUR 7,50

Bestellnr.: 24

Fredi Saal wurde in einer Zeit geboren, in der anerkannte Wissenschaftler spastisch gelähmte Menschen als unzurechnungsfähig und gefährlich beschrieben: "Manche Spastiker zeigen sogar einseitige Begabungen, besonders in musikalischer Beziehung, aber zu vollwertigen Menschen werden sie doch kaum (...). Alles Üble, was den Krüppeln nachgesagt wird, sie seien heimtückisch, verschlagen, rachsüchtig usw., bezieht sich ausschließlich auf den Spastiker" (Alfred Lorenz: Ich durfte helfen, Leipzig 1939).

Der Kampf gegen solche tief sitzenden Einstellungen und Diskriminierungen hat in der Bundesrepublik Deutschland erst nach dem zweiten Weltkrieg zögerlich angefangen. In den 50er Jahren begann Fredi Saal die Erfahrungen seiner Jugendzeit als Heiminsasse auf der Suche nach Anerkennung und Begegnung mit anderen Menschen aufzuschreiben. In zahllosen Aufsätzen, Vorträgen und Radiofeatures hat er seitdem den schwierigen Prozeß der Emanzipation behinderter Menschen reflektiert. Die Bedeutung der Texte von Fredi Saal liegt darin, daß sie politische Entwicklungen und gesellschaftliche Auffassungen an der existentiellen Wirklichkeit behinderter Menschen überprüfen. Autobiographische Überlegungen verdichten sich so zu grundsätzlichen philosophischen Fragestellungen.

Jeder Text dieses Buches ist ein abgeschlossener Zusammenhang; gemeinsam ergeben sie ein Spiegelbild der Situation behinderter Menschen in der Bundesrepublik seit dem zweiten Weltkrieg.